Bündnis für Familie Heidelberg

Über 70 Pflegelotsen in Heidelberger Unternehmen

Weitere 12 Pflegelotsen nehmen ihre Arbeit auf – ein Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Innerhalb der letzten drei Jahre haben sich über 70 Beschäftige aus Heidelberg und Umgebung zum „Betrieblichen Pflegelotsen“ fortbilden lassen und stehen ihren Kolleginnen und Kollegen von nun an im Unternehmen als AnsprechpartnerIn zum Thema Angehörigenpflege zur Verfügung.

Im Juli 2017 haben folgende Unternehmen Beschäftigte zum betrieblichen Pflegelotsen qualifizieren lassen: AWO Heidelberg e.V., Evangelische Stiftung Schönau, Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Klaus Tschira Abrechnungsdienste e.K., Technoseum Mannheim, Universität Mannheim sowie FA Orange Deutschland Business GmbH

Sie alle haben erkannt, dass es heute schon wichtig ist, sich als Arbeitgeber familien- und pflegefreundlich zu zeigen und die eigenen Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege zu unterstützen.

Ab sofort kann Im Bedarfsfall der betriebliche Pflegelotse als erste Anlaufstelle für Betroffene im Unternehmen fungieren und eine wertvolle Lotsenfunktion übernehmen. Der Pflegelotse ist somit Ansprechpartner für Beschäftigte beim Thema Pflege, bündelt wichtige Informationen zum Thema Beruf und Pflege, ist Kontaktperson für Beschäftigte in der Pflegezeit und fördert dadurch eine familienfreundliche Unternehmenskultur.

In der Fortbildung des ‚Bündnis für Familie Heidelberg’ wurden den betrieblichen Pfleglotsen alle wesentlichen Informationen vermittelt, die Beschäftigte im Bedarfsfall bei der Orientierung unterstützen. Dazu zählten unter anderem rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen, zentrale Angebote und Anlaufstellen vor Ort, Überblick über Pflegeformen/-möglichkeiten sowie familienfreundliche Angebote in Unternehmen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 

Zum Hintergrund:

Laut ZQP Report 2016 sind aktuell 2,5 Mio. Menschen in Pflegestufen, weitere 7,9 Mio. Menschen haben erhebliche Einschränkungen noch ohne Einstufung in die Pflegestufe. Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass durch die demografische Entwicklung in Deutschland die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf ca. 4,5 Mio. Pflegebedürftige ansteigen wird. Immer mehr Beschäftigte müssen zukünftig die Pflege eines Angehörigen mit ihrer Berufstätigkeit vereinbaren. Derzeit sind es bereits 13% der Beschäftigten, von diesen sich 80% psychisch und physisch erschöpft fühlen bzw. ca. 33% selbst erkranken. Für Unternehmen ein immer wichtiger werdender Wirtschaftsfaktor.

Ein Pflegefall tritt häufig unerwartet auf und verändert nicht nur das Leben der Pflegebedürftigen sondern auch das der Angehörigen, die sich innerhalb kürzester Zeit den neuen Herausforderungen stellen müssen. Hilfreich sein kann nun Unterstützung in Form von schneller und konkreter Auskunft über betriebliche und externe Möglichkeiten und Angebote. Laut ZQP Report 2016 kommunizieren jedoch geschätzte 33% der berufstätigen pflegenden Angehörigen ihre familiäre Pflegesituation am Arbeitsplatz nicht, hier setzt der betriebliche Pflegelotse an.

Kontakt

Aline Moser
Tel.: 06221 141016
E-Mail: moser@hddienste.de