Bündnis für Familie Heidelberg

Sichere Lotsen im Pflegefall

Der Alltag zwischen Beruf und Pflege ist oft eine Herausforderung. Das Bündnis für Familie Heidelberg unterstützt Unternehmen und Beschäftigte in dieser Lebensphase – mit dem Fortbildungsangebot zum betrieblichen Pflegelotsen.

Wer pflegt, hat viele Fragen: Welche Anlaufstellen gibt es für rechtliche Fragen oder wichtige Informationen? Gibt es bereits unterstützende Angebote für pflegende Beschäftigte seitens des Arbeitgebers? In Heidelberger Unternehmen unterstützen betriebliche Pflegelotsen Beschäftigte in dieser Situation. Das Lokale Bündnis für Familie bietet die entsprechenden Schulungen seit 2014 an. „Mit dem kostenlosen Qualifizierungsangebot möchten wir Personalverantwortliche, Betriebsräte oder andere interessierte Beschäftigte erreichen“, so Bündniskoordinatorin und -mentorin Aline Moser. Eine Gründungsakteurin und ehemalige Beauftragte für Chancengleichheit der Universität Heidelberg leitet die Schulungen. In den halbtägigen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick über verschiedene Pflegeformen und -möglichkeiten. Darüber hinaus informiert die Schulung über rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen, die für Pflegende relevant sind. „Unsere Schulungen machen die künftigen Pflegelotsen fit für ihre Rolle im betrieblichen Alltag. Dazu gehören auch Tipps zur Kommunikation mit pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn gerade, wenn es um Fragen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf geht, sind im betrieblichen Arbeitsalltag viele Strukturen betroffen“, so die Bündnismentorin. Die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Schulungen orientiert sich dabei nah an der Unternehmensrealität und an Praxisbeispielen.

Seit dem Projektstart 2014 haben bereits zahlreiche Personalverantwortliche und interessierte Beschäftigte regionaler Unternehmen das Qualifizierungsangebot wahrgenommen – unter anderem von der SAP AG, den Stadtwerken Heidelberg oder der Universität Heidelberg. „Größere Unternehmen bilden zum Teil sogar mehr als einen Pflegelotsen aus, um ihre Beschäftigten optimal erreichen zu können“, so Aline Moser. Auch Martina Weihrauch, Mitarbeiterin des Universitätsklinikums Heidelberg, hat sich zur Pflegelotsin ausbilden lassen: „Das Thema Pflege wird immer präsenter. Das Bewusstsein wächst, dass die Pflege von Angehörigen nicht nur ein Privatthema ist, sondern etwas, wozu auch Arbeitgeber beitragen können und müssen“, erklärt die Beauftragte für Chancengleichheit. Das Projekt hat bereits Schule gemacht: Andere Lokale Bündnisse haben das Angebot ebenfalls schon als Impuls genutzt, um eigene Pflegelotsen-Ausbildungen ins Leben zu rufen.