Kinderbetreuung nach Maß: Ergebnisse der RNZ-Telefonaktion zur Kinderbetreuungssituation in Heidelberg zum Internationalen Tag der Familie

15.05.2013

Am 19. April hatten wir Heidelberger Familien und Heidelberger Arbeitgeber in einer Telefonaktion mit der Rhein-Neckar-Zeitung dazu aufgerufen, uns mitzuteilen, was sie im Zusammenhang mit der Kinderbetreuungssituation in Heidelberg beschäftigt. Gerne haben Bündnisschirmherr Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und das Bündniskoordinierungsteam vielfältige Anliegen entgegen genommen. Wer nicht an der Aktion teilnehmen konnte, hatte bis einschließlich 10. Mai 2013 die Möglichkeit, sein Anliegen in einer E-Mail zu formulieren.  

Die Resonanz auf unseren Aufruf war überwältigend und wir möchten uns bei allen Teilnehmenden für ihre konstruktiven Rückmeldungen herzlich bedanken. Dadurch unterstützen sie die Arbeit des ‚Bündnis für Familie Heidelberg’ und gestalten die Kinderbetreuungssituation in ihrer Stadt aktiv mit.

Wie angekündigt, veröffentlichen wir nun zentrale Ergebnisse der Telefonaktion anlässlich des Internationalen Tages der Familie, der jedes Jahr am 15. Mai stattfindet und in diesem Jahr unter dem Motto ‚Kinderbetreuung nach Maß’ steht:

 Großes Thema war die Neuregelung der Anmeldefristen für die Ferienbetreuung durch päd-aktiv. Schon am Tag der Telefonaktion war allen Beteiligten klar, dass diese Regelung so nicht praktizierbar ist und OB Dr. Würzner versprach, nachzusteuern. Die Rhein-Neckar-Zeitung hat dieses Thema in Ihrer Nachberichterstattung zur Aktion bereits aufgegriffen. Das Thema Ferienbetreuung geht mit eine Vorlage in Juni in den Gemeinderat 

Viele Anliegen hatten mit der Thematik ‚Betreuungsplätze bei Krippen und Kindertagesstätten’ zu tun. Dabei ging es vor allem um die Vergabe der Plätze. Viele Anrufer empfinden die Vergabekriterien als nicht-transparent und der Wunsch nach einer zentralen Vergabestelle wurde häufig geäußert. OB Würzner wird das Thema in den entsprechenden Gremien diskutieren. 

Ein weiteres wichtiges Thema war die Gebührenregelung bei der Betreuung an Grundschulen: Viele Anrufenden empfanden es als ungerecht, dass man beispielsweise die Betreuungsstunde von 12 bis 13 Uhr die ganze Woche durchbezahlen muss, auch wenn man diese nur an einem Tag der Woche in Anspruch nimmt (weil der Stundenplan so erstellt wurde). Auch dieses Thema wird in den entsprechenden Gremien weiter verfolgt.

• Häufig ging es auch ganz allgemein um die (hohen) Kosten für Betreuungsplätze; aber auch um fehlende Möglichkeiten, sich Betreuungsplätze zu teilen: Viele Berufstätige und Wiedereinsteiger brauchen zunächst keinen Vollzeitbetreuungsplatz und würden sich gerne einen Betreuungsplatz teilen oder dritteln, Durch ein entsprechendes Platzsharing können mehr Kinderbetreuungsplätze bereit gestellt werden. Ein ähnliches Anliegen hatten auch viele Eltern von Schulkindern, die sich eine tageweise, modulare Betreuung wünschen. Diese Möglichkeit gibt es bisher nicht - würde aber vielen Familien beim beruflichen Wiedereinstieg auf Stundenbasis helfen. 

• Eltern behinderter Kinder signalisieren den Bedarf nach einem größeren Ferien- und Freizeitangebot für behinderte Kinder. Die bestehenden Angebote sind für die meisten Familien häufig viel zu teuer. Dieses Anliegen haben wir bereits aufgenommen und unsere Internet-Rubrik für Familien mit behinderten Kindern durch einige Ferienbetreuungsangebote ergänzt. Die entsprechenden Angebote finden Sie hier. Die Thematik wird außerdem in der nächsten Sitzung der ‚Arbeitsgruppe Vereinbarkeit von Beruf und Pflege behinderter Kinder’ aufgegriffen. 

• Ebenfalls überarbeitet wurde die Babysitterbörse auf unserer Web-Seite: Dort finden Sie aktuelle Kontakte zertifizierter Babysitter.

• Einige Anliegen betrafen den Bereich ‚Tagespflege’: Zum einen meldete eine Tagesmutter zurück, dass das vierwöchige ‚Ausfallgeld’, das vom Jugendamt an die Tagesmütter gezahlt wird, wenn Kinder nicht in die Tagespflege kommen, weil sie krank sind, häufig in den ersten beiden Jahren nicht ausreiche: Die Kinder sind in dieser Phase einfach sehr häufig krank. Ergebnis dieser Praxis ist die Tatsache, dass häufig kranke Kinder zur Betreuung gebracht werden. Auch das Thema ‚Platzsharing’ in der Tagespflege wurde häufiger angesprochen: Eine Neuregelung des Jugendamtes sieht vor, mehr – als bisher – Ganztagesplätze zu vergeben. Dies führt dazu, dass eine bisher sehr flexible Betreuungsform jetzt viel weniger flexibel wird. Auch diese Anliegen haben wir an die verantwortlichen Stellen weitergegeben.

• Die Kreishandwerkerschaft versendet zum Tag der Familie ein Infoplakat an alle Mitgliedsbetriebe. Dieses Plakat nennt wichtige Anlaufstellen für verschiedene Anliegen von Familien und wird heute in den Betrieben aufgehängt. Da die Informationen, die das Plakat enthält, auch für alle anderen Heidelberger Familien nützlich sind, haben Sie hier die Möglichkeit, dieses Plakat herunterzuladen.

• Um den Unternehmen in Heidelberg die Möglichkeit zu geben, ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen, haben wir ein Datenblatt für Arbeitgeber erstellt, das alle wichtigen Informationen zur Kinderbetreuung in Heidelberg enthält.

Ergänzend ist noch zu erwähnen, dass in den nächsten Wochen von Seiten der Stadtverwaltung zwei Themen in die gemeinderätlichen Gremien eingebracht werden: das Thema Bedarfsplanung in Bereich der Kinderbetreuung in den Jugendhilfeausschuss sowie das Thema Ferienbetreuung in den Kulturausschuss.

Aus Platzgründen können wir nicht jedes einzelne Anliegen, das uns erreicht hat, hier wiedergeben. Wir freuen uns aber über jede – noch so kleine – Anregung und greifen diese in unserer täglichen Arbeit auf. Nehmen Sie gerne weiter Kontakt zu uns auf unter info@familie-heidelberg.de.

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