Freie Kindergartenwahl: Überörtliche Vereinbarung unterzeichnet

Ab sofort fallen die kommunalen Verwaltungsgrenzen bei der Kindergarten- und Krippenplatzwahl zwischen drei Städten in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das sieht eine überörtliche Vereinbarung vor, die am Freitag, 11. Juli, von Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, dem Schwetzinger Bürgermeister Dr. René Pöltl und - vorab - von Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard unterzeichnet wurde.

Die drei Städte gaben damit den Startschuss, um das komplizierte Abstimmungsverfahren zwischen den Kommunen zu vereinfachen. Die jeweiligen Stadtoberhäupter hoben dabei besonders den innovativen Charakter der Vereinbarung angesichts der sehr unterschiedlichen Förderstrukturen in den Gemeinden hervor:

„Familiennahe Dienstleistungen sind“, so Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, „harte Standortfaktoren, die auch bei der Arbeitsplatzwahl eine entscheidende Rolle spielen. Ich freue mich daher sehr, dass wir jetzt modellhaft für die gesamte Metropolregion eine Zusammenarbeit gefunden haben, die Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren hilft. Das nutzt Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und Betrieben ebenso wie den Kommunen in der Metropolregion und wird sich positiv auf die Ausgestaltung der Arbeitsplätze auswirken. Hier sind wir erneut Vorbild für andere Ballungszentren.“

Oberbürgermeister Bernd Junker und Bürgermeister René Pöltl aus Schwetzingen freuen sich, „dass wir mit der Vertragsunterzeichnung beim Thema Kinderbetreuung in der Metropolregion weiter zusammenrücken. Es ist wichtig, dass wir uns interkommunal abstimmen und den Eltern ein möglichst unbürokratisches und bedarfsgerechtes Betreuungsangebot vorhalten, das bei Bedarf auch an den Wohnortgrenzen nicht Halt macht."

Mit der Kommunalisierung des Kindergartenwesens 2004 waren zwischen den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg neue Verwaltungsgrenzen entstanden. Diese machen seither die freie Wahl des Kindesgarten- oder Krippenplatzes für Eltern komplizierter und erschweren so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wollen beispielsweise in Weinheim lebende und im Heidelberger Klinikum arbeitende Eltern ihr Kind in der Kinderkrippe des Studentenwerkes in Heidelberg-Neuenheim betreuen lassen, löst das bisher aufwändige Verwaltungs-, Prüf- und Finanzierungsverfahren bei den Trägern der Krippe, den Eltern und den Verwaltungen beider Städte aus.

Vertreter aus Bammental, Dossenheim, Edingen-Neckarhausen, Eppelheim, Heidelberg, Ladenburg, Leimen, Mannheim, Neckargemünd, Nussloch, Schönau, Schriesheim, Schwetzingen Weinheim und Wilhelmsfeld, Wiesloch, sowie der Rhein-Neckar-Kreis haben seit Jahresbeginn gemeinsam die Vereinbarung für die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) ausgearbeitet. Initiator des Arbeitskreises waren das Forum „Vereinbarkeit Beruf und Familie“ der Metropolregion Rhein-Neckar und die Stadt Heidelberg, die das Verwaltungsverfahren für die – nur in Heidelberg schon rund 200 - „gemeindefremden“ Kinder vereinfachen wollten.

Damit haben Forum und Stadt Heidelberg auch auf die Forderungen und Ergebnisse aus der Unternehmensbefragung zum Thema Vereinbarkeit reagiert. Diese hat im vergangenen Jahr unter anderem ergeben, dass die Firmen betriebsnahe Kinderbetreuung einsetzen würden und als Standortvorteil betrachten.

Auch Kinderbetreuungseinrichtungen mit einer besonderen pädagogischen Ausrichtung, insbesondere Waldorfkindergärten, Montessori-Kindergärten, Waldkindergärten, bilinguale Kindergärten oder Sportkindergärten, die nicht in allen Gemeinden vorzufinden sind, zählen in Zukunft zu den Nutznießern der Neuregelung.

Neben den bereits genannten Vertretern nahmen Bürgermeister Dr. Joachim Gerner als zuständiger Dezernent der Stadt Heidelberg, Andrea Kiefer vom Projektbüro „Vereinbarkeit und Familie“ der MRN GmbH sowie Dr. Wolfgang Niopek, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK), Standort Heidelberg, teil. Als Institution, die sich täglich mit dem Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ beschäftigt, war die IHK gern bereit, Gastgeber für den Unterzeichnungstermin zu sein.

Dem Modell wollen sich schon bald weitere Kommunen in der Metropolregion anschließen. Als nächstes planen Edingen-Neckarhausen, Eppelheim und Sandhausen nach den Beratungen in den Gremien eine abschließende Entscheidung über die Unterzeichnung der überörtlichen Vereinbarung.

(Quelle: Presse- und Informationsdienst der Stadt Heidelberg vom 11. Juli 2008)

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