Alles ohne Geld – der vierte Marktplatz „Gute Geschäfte“ in Heidelberg
21.09.2011
14 Unternehmen schließen mit 18 gemeinnützigen Einrichtungen 36 Vereinbarungen im Wert von rund 46.000 Euro – Marktplatz-Motto „Bildung“
Glückliche Gesichter bei den gemeinnützigen Einrichtungen: Ihre Teilnahme am Marktplatz „Gute Geschäfte“ ist von Erfolg gekrönt worden. Drei Beispiele für abgeschlossene Vereinbarungen auf diesem Markplatz machen das deutlich: Die wohl umfassendste Vereinbarung wurde zwischen der Bürgerstiftung Heidelberg und zwei Unternehmen "Inspirationlabs GmbH" und "civit" abgeschlossen: die IT- Dienstleister werden die Online-Praktikumsbörse der Bürgerstiftung technisch realisieren. Als „Gegenleistung“ wird die Bürgerstiftung ein Kulturprogramm für die beiden Unternehmen gestalten. Der Bio-Supermarkt "Fair & Quer" kooperiert mit der gemeinnützigen Einrichtung "Kinderreich Heidelberg" und richtet Sammelstellen ein, um Weihnachtspäckchen für Kinder in Not entgegen nehmen zu können. Im Gegenzug übernimmt das "Kinderreich" die Kinderbetreuung bei einem Event im Bio-Supermarkt. Das Unternehmen Baier Digitaldruck ist ein Marktplatzteilnehmer der ersten Stunde und bei allen Marktplätzen mit dabei gewesen. Bei seiner vierten Marktplatz-Teilnahme hat auch Baier Digitaldruck wieder ein lohnenswertes Engagement gefunden und wird – neben weiteren Engagements – für die Sammlung Prinzhorn die Neuauflage des Sammlungs-Flyers drucken. Als Gegenleistung erhalten die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Baier Digitaldruck eine exklusive Führung durch die Sammlung Prinzhorn.
Vertrauensvolle Kooperationen
In Vertretung des Oberbürgermeisters und Schirmherren Dr. Eckart Würzner begrüßte Ulrich Jonas, Leiter der Heidelberger Amtes für Wirtschaftsförderung und Beschäftigung, die Marktteilnehmer. Erstmals war dies ein thematischer Marktplatz unter dem Motto „Bildung“. So waren auf diesem Marktplatz gemeinnützige Einrichtungen geladen, die sich in irgendeiner Weise mit dem Thema „Bildung“ beschäftigen. In einer Zeit, in der das Geld als Tauschmittel so wichtig geworden ist, ist es erfreulich, dass gute Geschäfte auch ganz ohne Geld funktonieren können, sagte Amtsleiter Jonas in seiner Begrüßung. So sei nicht das Übergeben eines Schecks das eigentlich Wichtige, sondern die Kooperationen und das gegenseitig geschenkte Vertrauen, das die Marktplatz-Partnerschaften so wertvoll mache. Ralf Baumgarth, Geschäftsführer der Freiwilligenbörse Heidelberg dankte in seiner Ansprache vor allem den Helferinnen und Helfern für ihr ehrenamtliches Engagment und der Sparkasse Heidelberg dafür, dass sie in gewohnt unkomplizierter und kooperativer Weise bereits zum vierten Mal als Gastgeber den Marktplatz „Gute Geschäfte“ beherbergt.
Gespannt warteteten die beteiligten Handelspartner nach der Registrierung auf den Handelsbeginn, der mit sattem Gongklang um 18 Uhr einsetzte. Die gemeinnützigen Einrichtungen verteilten sich auf die drei Handelsecken „Mitarbeiter-Engagement“, „Know-how/Beratung“ und „Sachleistungen/ Infrastruktur“ und begannen dort ihre Gespräche mit den Unternehmen. Bereits nach zehn Minuten waren sich die ersten Handelspartner einig. Dort, wo es beim Finden des richtigen Handelspartners noch haperte, kamen die so genannten „Maklerinnen und Makler“ zum Einsatz. Sie kennen die Bedarfe der Gemeinnützigen und die Möglichkeiten der Unternehmen und haben beim Marktplatz die Aufgabe, Gesuche und Angebote in Einklang zu bringen. Nur verhandeln mussten die Handelspartner dann noch miteinander.
Nach der schriftlichen Fixierung der Vereinbarungen ging es stracks zum „Notar“, der die Vereinbarungen prüfte und stempelte. Damit haben nun beide Parteien ein verbindliches Papier in Händen, auf dem die jeweilige Vereinbarung beruht. Nach etwa drei Wochen prüft das Organisationsteam, ob die getroffenen Vereinbarungen tatsächlich auch umgesetzt worden sind oder noch umgesetzt werden.
Viele Vereinbarungen und noch mehr gute Geschäfte
Erschöpfte, aber auch zufriedene Gesichter waren nach reger Handelstätigkeit um 19.06 Uhr zu sehen, als der Gong erneut ertönte und der Handel ausgesetzt wurde. Interessiert waren Teilnehmer wie Organisatoren nun noch am Handelsergebnis: 36 Vereinbarungen waren es, die innerhalb einer Stunde abgeschlossen wurden, im Wert von etwa 46.000 Euro. Darüber hinaus haben sich weitere „Gute Geschäfte“ zumindest angebahnt, sodass auch der 4. Marktplatz und seine Kooperationen nicht mit dem aktuellen Handelstag beendet sind, sondern in den nächsten Wochen und Monaten viel Gutes bewirken werden – für die Unternehmen und die gemeinnützigen Einrichtungen. Darüber hinaus waren Beobachter aus Karlsruhe und Frankfurt anwesend, die kleine Aufgaben des Markplatzes übernommen hatten, den Marktplatz und seine Prinzipien kennenlernten und die in nächster Zeit selbst einen Marktplatz organisieren möchten. Auch auf diese Weise trägt sich die Marktplatz-Idee und damit viele „Gute Geschäfte“ auf lange Zeit weiter.
Mehr zum Marktplatz finden Sie
hier.
Quelle: PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband vom 21.9.2011