Bündnis für Familie Heidelberg

Netzwerktreffen 2018

Rückblick Netzwerktreffen am 19. Oktober 2018

Beim Herbst-Netzwerktreffen der Parentrepreneurs gaben Sven Leitner von den ForscherFreunden und Caroline Trost von LOOQ persönliche Einblicke in ihre Gründungserfahrungen im Team. Der Schwerpunkt der Gründungstätigkeit liegt bei beiden im Bereich der persönlichen Dienstleistungen.

Die ForscherFreunde, 2015 von Annette Holthausen gegründet, bieten Camps für kleine Forscher mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, wie Legostationen, erste Erfahrungen des Programmierens etc. Vor einem Jahr ist ihr Mann Sven Leitner in dieses Projekt vollberuflich eingestiegen. Mittlerweile veranstalten sie – mit inzwischen 4 eigenen Kindern – an 12 Standorten in Deutschland Feriencamps. Sven Leitner berichtete, dass sich ihre unterschiedlichen Kompetenzen sehr gut ergänzen; während Annette geschickt ist in Kommunikation und Marketing, verhandelt er z.B. die Verträge mit neuen Standorten. Gerade wenn man Unternehmen und Kinder unter einem Dach zusammen verantwortet, sei es wichtig, die eigenen Aufgaben zu priorisieren und den Fokus nicht zu verlieren.

Während die Forscherfreunde ihre Gründungsphase bereits hinter sich haben, steckt Caroline Trost mit ihren beiden Partnerinnen Elena Bichelmeier und Katja Tricks noch mitten drin. Alle drei bringen langjährige Berufserfahrungen in unterschiedlichen Branchen mit. Sie haben dieses Jahr die LOOQ GmbH (Look for Quality Jobs) gegründet und wollen Pflegekräfte aus dem Ausland nach Deutschland vermitteln. Derzeit arbeiten sie an einer Plattform, die Bewerber/innen und Unternehmen matchen wird. Dabei erzählte Caroline über den Prozess der Namensfindung, wie das Logo entstanden ist und welche Schritte für nächstes Jahr anstehen.

In der anschließenden offenen Fragerunde wurde die Gruppendynamik in Gründerteams diskutiert und die Frage wie sehr man das Berufliche in die Familie trägt. Eine Teilnehmerin versuchte für andere Gründer/innen den Erfolgsdruck vom Gedanken der Selbständigkeit zunehmen:„Selbständig sein bedeutet nicht, selbst und ständig am Herzensprojekt arbeiten zu müssen.“

Rückblick Netzwerktreffen am 6. Juli 2018

Gelassen und fit durch den parentrepreneurs Alltag mit Wencke Gutreise, Dipl. Psychologin

Innere Ruhe und Gelassenheit – ein Zustand, den sich sicher viele Selbständige und besonders Parentrepreneurs wünschen. Aus diesem Grund stand das zweite Netzwerktreffen am 6. Juli 2018 genau unter diesem Motto. Diplom-Psychologin Wencke Gutreise stellte ihr Rezept für mehr Gelassenheit im Alltag vor. Wichtig aus ihrer Sicht sind dabei die zwei Säulen Körper, allen voran der Stoffwechsel, und Geist, hier vor allem die Haltung sich selbst und anderen gegenüber.

Das körperliche Wohl erreicht man unter anderem durch eine ausgewogene Ernährung („Mehr Nährstoffe als Füllstoffe!“), genügend Wasser zu trinken und ausreichend Bewegung. „Ein guter Stoffwechsel ist die Grundlage, denn wir brauchen Serotonin, damit es uns gut geht“, erläuterte Wencke. Welche positiven Auswirkungen gutes Atmen und Kauen auf unser Wohlbefinden haben, welche Hormone noch eine Rolle spielen und warum man den Blaufilter abends am Smartphone anmachen sollte – die ZuhörerInnen bekamen neben Hintergrundinformationen auch praktische Anregungen für das tägliche Leben.

Vereinbarkeit neu denken – ein Innovationsworkshop mit Design Thinking

In den lichtdurchfluteten Räumen des SRH Gründerzentrums in Heidelberg lässt es sich hervorragend kreativ und effizient arbeiten. Am 15.5.2018, pünktlich zum Internationalen Tag der Familie, trafen sich Mitglieder der Arbeitsgruppe parentrepeneurs, um sich im Rahmen eines Design Thinking Workshops einen ganzen Tag lang intensiv mit dem Thema „Vereinbarkeit neu denken“ auseinander zu setzen. Unter der professionellen Leitung von Mareike Rimmler vom SRH Gründer Institut erarbeiteten die Teilnehmerinnen in einem hochkonzentrierten Prozess zwei Konzepte, um sich dem Thema „Beruf und Familie“ aus neuer Perspektive zu nähern. Dabei galt es gemäß dem Design Thinking-Prozess diverse Arbeits- und Entwicklungsschritte zu durchlaufen: Verstehen, Beobachten, Standpunkt definieren, Ideen finden, Prototypen bauen, Testen. Die in dieser Arbeit entstandenen Prototypen – in unserem Falle ein skizziertes Seminar für Eltern „Design your own family experience. Now!“ und eine angedachte Konferenz für erfolgreiche Väter mit dem Arbeitstitel „less is more“ – können jetzt die Basis einiger weitergehender kreativer Arbeitsprozesse bilden und werden von den parentrepreneurs weiter verfolgt. (Foto: Das Kamerakind/Anne Bormann)

Rückblick Parentrepreneurs Netzwerktreffen am 26. Januar 2018 

„Marketing mit kleinem Budget: Wie du mit Bloggen, E-Mail Marketing und Social Media deine Sichtbarkeit erhöhst“ mit Alex Polunin (Pinterest-Marketing Strategin und kreative Selbständige) und Johanna Illgner (Plan W – Agentur für strategische Kommunikation).

Wie sich mit kleinem Budget und klaren Zielen erfolgreich Kundinnen und Kunden gewinnen lassen bzw. Kampagnen umsetzen lassen – darüber haben Johannah Illgner, Kristina Scheuermann und Alex Polunin beim ersten Netzwerktreffen der Parentrepreneurs referiert. Mit dem Fokus auf Inbound-Marketing wurden vor allem die Themen SEO, Social Media Aktivitäten sowie gezieltes Email-Marketing besprochen und diskutiert. Zudem kann Bloggen die eigene Sichtbarkeit im Netz erhöhen.

Nochmals herzlichen Dank an alle, die mitgewirkt haben und eine so tolle Veranstaltung ermöglicht haben. Hier gehts zum Vortrag.

Rückblick Netzwerkforum der Parentrepreneurs am 14. April 2018

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Tabea Tangerding vom Bündnis für Familie Heidelberg am Samstag, den 14. April 2018, die TeilnehmerInnen des 2. Netzwerkforums der parentrepreneurs. Die Veranstaltung für Selbständige mit Familie, die wieder im Dezernat 16 stattfand, bot ein abwechslungsreiches Programm, das unterschiedliche Einblicke in das Thema „Netzwerken“ ermöglichte.

Zu Beginn standen zwei Impulsvorträge. Den Anfang machte Marco Tidona von aponix, dessen Herz für Urban Farming brennt. Er entwickelte ein System, mit dem man Setzlinge vertikal in Tonnen anbauen kann und das ohne Herbizide und Pestizide auskommt. Dadurch kann man essbare Pflanzen vor Ort mit wenig Flächenbedarf anbauen und so die sogenannten „Foodmeilen“, (die Kilometer, die ein Lebensmittel zurücklegt, bis es auf dem Teller landet) reduzieren. Seinen Schlüsselmoment hatte Marco Tidona in New York, das uns in Sachen Urban Farming einige Jahre voraus ist. Mittlerweile hat der Vater eines Sohnes ein großes Netzwerk aufgebaut und verkauft seine Pflanztonnen in die ganze Welt.

Ein ganz anderes Netzwerk stellte Simone Ruckstuhl vor. Die Fotografin, Cutterin und Mutter aus Mannheim ist Initiatorin der FuckUp Nights Mannheim und überzeugt, dass Scheitern eine Bühne braucht. Von dem Format hörte sie erstmals in Berlin und beschloss, diese Veranstaltung auch in die Gründerstadt Mannheim zu holen. Seit 2015 finden die FuckUp Nights an wechselnden Orten statt, mit dem Ziel, das Tabu „Scheitern“ zu brechen. An den Abenden erzählen Unternehmer vor Publikum von ihren kleinen und großen Misserfolgen. Simone Ruckstuhl stellte kurz drei ehemalige Speaker vor, die alle ganz unterschiedlich gescheitert waren – finanziell, gesellschaftlich oder persönlich. Durch die FuckUp Nights soll Scheitern gesellschaftsfähig werden und die Chance gegeben werden, gegenseitig aus den Fehlern zu lernen.

Nach diesen interessanten Einblicken ging es nach einer kurzen Pause – mit Kaffee und Kuchen aus der Leitstelle – mit zwei parallelen Themenwerkstätten weiter.

Im Workshop von Barbara Amann drehte sich alles um strategisches Netzwerken. Egal ob im persönlichen Kontakt oder via Internet, ob rein beruflich oder privat, alle sind in unterschiedlichen Netzwerken unterwegs – und diese bieten gerade für Selbständige viele Chancen. Die TeilnehmerInnen erarbeiteten gemeinsam die Besonderheiten und Unterschiede von Online- und Offline-Netzwerken. Wenn man sich die jeweiligen Vorteile bewusst macht, kann man Netzwerke gezielt nutzen, um seine Zielgruppe zu erreichen oder Unterstützung zu bekommen. Barbara Amann gab noch zu bedenken, dass alles, was mit „Kontakten“ zu tun hat, Arbeitszeit ist – auch wenn dieses Netzwerken auf dem Spielplatz stattfindet.

Lukas Schmelzeisen vermittelte in seinem Workshop erste Schritte bei Teamwork- und Projektmanagementtools. Deren Ziel ist es, die Kommunikation über ein Tool zu steuern und alles für alle und in Echtzeit auf einen Blick verfügbar zu haben. Mit Slack und Trello wählte er exemplarisch zwei Anwendungen aus, die aus seiner Sicht einen sehr guten Einstieg darstellen. Trello orientiert sich an Kanban-Systemen, Slack hingegen wird meist als Online-Kommunikationsdienst genutzt. Beide sind erweiterbar und können individuell angepasst werden. Egal welches Tool man verwendet, Lukas Schmelzeisen gab den Workshop-TeilnehmerInnen drei wichtige Dinge an die Hand: klare Regeln, klare Rollen und regelmäßiges Feedback.

Den inhaltlichen Abschluss bildete ein Netzwerk-Talk, moderiert von  Johanna Illgner. Sabine Arndt  (Heidelberger Unternehmerinnen), Jaqueline Mellein (Delta Frauen), Sabine Nielsen (HIP), Shiva Hamid (Breidenbach Studios), Julia Schönborn  (#Digital Media Women), Raoul Haschke (HD Startup Partners e.V.) und Annette Holthausen (parentrepreneurs) stellten zuerst in jeweils 1-minütigen Pitches ihre Netzwerke vor, bevor in der Publikumsdiskussion dann über Selbständigkeit, Gründe fürs Gründen und Netzwerken gesprochen wurde. Einig waren sich alle, dass es beim Netzwerken immer um Geben und Nehmen geht und Netzwerke kein reiner Selbstzweck oder gar als Verkaufsveranstaltungen für die eigenen Leistungen dienen sollten.

Für die kleinen Besucher gab es während der ganzen Veranstaltung ein abwechslungsreiches Kinderprogramm: Sie konnten mit Stephanie Selke von der Filzerei Blumen filzen oder bei den ForscherFreunden spannende Experimente machen. Dani Vanreusel las aus ihrem Kinderbuch „Euko und die fliegenden Füchse“ vor und malte danach mit ihren Zuhörern. Ein kleiner Rennstall aus Bobbycars, mit denen man durch die beiden Foyers flitzen konnten, rundeten das Angebot ab.

Wer viel arbeitet, muss auch gut essen: Nach dem Programm wurde gegrillt und bei Würstchen, Hamburgern und Salaten im Hof des Dezernat 16 der Tag entspannt in der Abendsonne beendet.

siehe Programm

+++ parentrepreneurs-Sonderausgabe Dezernat 16-Bulletin 2/2018 +++

In dieser Sonderausgabe des Bulletins dreht sich alles um die Vereinbarkeit von selbständiger Tätigkeit und familiären Pflichten. Macht eine Existenzgründung tatsächlich flexibler und freier in der Gestaltung des Alltags? Welche Herausforderungen begegnen Familien, wenn die Eltern selbständig arbeiten? Im Vorfeld des Netzwerkforums der „parentrepreneurs“ am 14. April im Dezernat 16 haben wir die Kreativen Heidelbergs gefragt: „Selbständigkeit und Familie – passt das zusammen?“Das pdf kann hier heruntergeladen werden. Viel Spaß bei der Lektüre!

 

 

 

Fotos: Anne Bormann – Das Kamerakind