Bündnis für Familie Heidelberg

Ein Schritt zum „Rundumsorglospaket“

Familienbündnis präsentiert 100-Tage-Bilanz – Kinderbetreuung in den Ferien – Fokus Alleinerziehende

bms. Am Anfang standen gute Wünsche und motivierende Worte, nun zieht das „Bündnis für Familie Heidelberg“ nach 100 Tagen Bestehen ein aussichtsreiches erstes Fazit: das regional ausgerichtete Netzwerk zwischen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und dem sozialen Bereich arbeitet gut zusammen, um Lösungen für mehr Familienfreundlichkeit zu entwickeln.

„Wir wollten das Thema in die Öffentlichkeit tragen und das ist wohl gelungen“, meint Wolfgang Schütte, federführend im Bündnis und Geschäftsführer der Beschäftigungsgesellschaft „Heidelberger Dienste (HDD)“. Gastgeber der 100-Tagebilanz war das in der Augenoptik international tätige Unternehmen „Geuder AG“. Oberbürgermeister Eckart Würzner als Schirmherr des Bündnisses zeigte sich beeindruckt von der ersten Bilanz. „Die gemeinsame Aktivität unterschiedlicher Partner eröffnet Chancen für neue, kreative Ideen.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei eine wichtige Größe für Heidelberg als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.

Vier Arbeitsgruppen sind bislang im Bündnis aktiv, um die Themenfelder Vereinbarkeit Beruf/Familie, Information/Vernetzung, Chancengleichheit und Kinderbetreuung zu bearbeiten. Wolfgang Schütte mit einem Beispiel: Sechs junge Mütter beginnen im September eine Ausbildung im Rahmen des Azubi-Fonds, ein Projekt der HDD. Gefördert werden die Stellen im kaufmännischen, medizinischen und tierpflegerischen Bereich durch das Jobcenter – und zwar in Teilzeit in Kooperationsbetrieben des Bündnisses. „Das ist das Entscheidende“, so Schütte. Ausbildung in Teilzeit sei zwar schon seit 2002 möglich, werde aber bis lang kaum ausgeführt.

Mit dem Heidelberger Bündnis seien alle Beteiligten mehr sensibilisiert für die Thematik „Familie und Beruf“, das Netzwerk greife bei der Stellensuche und auch der Kinderbetreuung. „In den Köpfen der Frauen und der Unternehmer hat sich was verändert.“

Aber auch in der Ferienbetreuung habe sich viel getan: Der Freizeitpark Jumpin organisiert für die Herbstferien eine Kinderbetreuung und „Pädaktiv“ bietet im Rahmen des neuen Ferienserviceangebotes für Grundschulkinder weitere Plätze an. „Das ist inzwischen ein Rundumsorglospaket“, sagt Schütte. Die Arbeitsgruppe Information hat zusätzlich einen Familienwegweiser ins Leben gerufen. Er ist direkt in eine neue Internetseite eingebunden. Hier sind spezielle Infos zu familienfreundlichen Unternehmen, Arbeitszeitmodellen, Kindereinrichtungen oder finanzpolitischen Fragen zusammengetragen. Schließlich plant die Arbeitsgruppe Chancengleichheit im November eine Auftaktveranstaltung für eine Imagekampagne für Alleinerziehende, denen eine besondere Aufmerksamkeit gelten solle.

Info: www.hddienste.de/buendnis/

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 14. September 2007