Bündnis für Familie Heidelberg

Unbürokratische Hilfe in der Not

„Bündnis für Familie“ startet neues Projekt zur Unterstützung in extremen Lebenssituationen

Das Kind plötzlich krank oder der pflegebedürftige Vater allein zu Hause? Anruf genügt – unbürokratisch naht Hilfe. Der Begriff ist etwas holperig, die Sache selbst genial gut: Im Februar startet mit der „Heidelberger Hilfe in extremen Lebenssituationen“(HeiHieLs) ein neues Projekt, das sich ausgezeichnet einfügt in das Heidelberger Programm des „Bündnis für Familie“. Unter einer zentralen Rufnummer in Kooperation mit dem Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes soll eine Betreuungs-Notfallhilfe für kurzfristige Überbrückungen eingerichtet werden. „Wir denken speziell an nachts oder anWochenenden, besonders für Alleinstehende“, erklärte Bärbel Straub-Krieg vom Verein „Frauen pflegen Frauen“ unter der Federführung des Bündnisses. Das werde nicht ganz kostenfrei sein für die Kunden, aber man greife auch auf die Zusammenarbeit mit professionellen Anbietern zurück.

Das „Bündnis für Familie Heidelberg“ zählt inzwischen rund 160 Akteure aus der Wirtschaft, Universität, Verwaltung und Politik, die in Heidelberg auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzen. Es wurde im März 2007 auf Initiative der „Heidelberger Dienste“ un ter der Leitung vonWolfgang Schütte gegründet und damals zum Innovationspilotprojekt des Bundesfamilienministeriums ernannt.

Die sich daraus ergebende pauschale finanzielle Unterstützung werde, so betonte Schütte jetzt bei der „Bündnis-Lounge“ zum Jahresabschluss, in einem anderen Rahmen für bestimmte Projekte fortgesetzt. „Man hat aus Berlin sehr positive Rückmeldungen auf unsere Arbeit signalisiert. Das Heidelberger Familienhilfe-Netzwerk hat viel bewegt.“ So freute er sich, im Universitätsklinikum zahlreiche Gäste zu einem lockeren Bündnis-Treff begrüßen zu können. Dem Rückblick auf das Jahr 2008 folgte der Ausblick in die Zukunft. Unter demMotto „Vereinbarkeit ist mehr!“ wolle man die Arbeit fortsetzen. Zielgruppen seien in der Wirtschaftswelt das Handwerk und der Mittelstand. „Da hat sich die Welt auch verändert, aber die Strukturen haben sich oft noch nicht angepasst.“

Auch an dem Thema „Männer und Kind“ wolle man dranbleiben. „Im Bündnis passiert auch etwas, da wird nicht nur geredet“, betonte Schütte. Dass eine familienbewusste Personalpolitik positive betriebswirtschaftliche Effekte habe, bestätigte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums. „Das Thema ist angekommen. Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht ganz da, wo wir hin wollen“, meinte sie und umriss kurz die familienfreundlichen Angebote des Uniklinikums – als Non-profit-Unternehmen mit rund 8000 Mitarbeitern der größte Partner im BündnisSystem.

„Wir als Arbeitgeber mit einem sehr hohen Frauenanteil haben eine besondere Verpflichtung, familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen. Wer diese Einsicht als Arbeitgeber nicht hat, bei dem wird es der Arbeitsmarkt automatisch richten.“ Und sie fügte scherzhaft hinzu: „Es ist vielleicht nur noch eine Frage der Zeit, wann wir statt Kinderplätzen auch Seniorenbetreuungen anbieten.“

Quelle: Rhein-NeckarZeitung von Maria Stumpf, 28.11.2008)