Bündnis für Familie Heidelberg

Für die Schüler ging es hier um die Wurst. Bei „FerienOnJob“ schauten sich Jugendliche in Betrieben um

Ein Grill, Würstchen, Brötchen und Nachtisch – das klingt nach einem perfekten Fest in den Sommerferien. Genau das sollten die 15 Schüler zwischen zwölf und 16 Jahren zum Abschluss des Projekts „FerienOnJob“ auf die Beine stellen. So läuft es normalerweise: Ab in den Supermarkt und alles Nötige einkaufen. Dass viele Ausbildungsbeschung für unsere Würste zusammengemischt “, erzählte Felix ganz stolz. Mit geschickten Handgriffen befüllten sie ab- schließend sogar selbst die Därme mit der eigenen Masse – fertig waren die Würstchen. „Das war total spannend und hat sogar Spaß gemacht. Das ist eben richtige Handarbeit. Aber trotzdem wäre das kein Beruf für mich, da sieht man halt wirklich alles vom Tier“, meinte Elisabeth hinterher. Für eine Ausbildung in der Metzgerei konnten sich die Schüler zwar nicht begeistern, aber neben dem Handwerk schnupperten sie in der Aktionswoche noch in rufe, die in der Zukunft dringend Fachpersonal brauchen, am Gelingen der Mission „Grillfest“ beteiligt sind, war den meisten vorher nicht bewusst.

In vier Gruppen schwärmten die Schüler aus, um alles zu besorgen. Bei Metallbau Menges-König fertigte eine Gruppe einen Kettengrill, die Brötchen backten drei weitere Schüler im Café Frisch. Den Nachtisch steuerte eine andere Gruppe im Café Schafheutle bei. Um die Wurst ging es für Sascha, Elisabeth, Lisa-Marie, Felix und Mirko. Diese Fünf schauten hinter die Kulissen der Fleischerei Werz. Doch beim Schauen blieb es nicht. Eingepackt in Hygieneanzüge, Haarschutz und Überschuhe legten die fünf Schüler selbst Hand an und stellten ihre eigenen Grillwürstchen her.

„Wir haben den Kessel zu den Maschinen geschoben, den Cutter anschalten dürfen und eine eigene Gewürzmischung für unsere Würste zusammengemischt “, erzählte Felix ganz stolz. Mit geschickten Handgriffen befüllten sie abschließend sogar selbst die Därme mit der eigenen Masse – fertig waren die Würstchen. „Das war total spannend und hat sogar Spaß gemacht. Das ist eben richtige Handarbeit. Aber trotzdem wäre das kein Beruf für mich, da sieht man halt wirklich alles vom Tier“, meinte Elisabeth hinterher. Für eine Ausbildung in der Metzgerei konnten sich die Schüler zwar nicht begeistern, aber neben dem Handwerk schnupperten sie in der Aktionswoche noch in Berufe aus Industrie, Tourismus- und Gastgewerbe, Handel und Gesundheitswesen. Nach einer Werksführung bei Henkel ging es ins Hotel Holiday Inn zum Cocktailsmischen und Nachtisch kochen. „Der coolste Tag für die Mädchen“, meinte Lisa-Maria, sei der Schnuppertag beim Modehaus Niebel. Neben einem Crashkurs im Hosenkürzen und Knöpfe annähen konnten sie Schaufensterpuppen selbst einkleiden. Ein Stylist machte die Schüler dann fertig für ein professionelles Bewerbungsfotoshooting.

Für Saschas zukünftigen Berufswunsch war der Tag im Krankenhaus Salem entscheidend: „Bisher wollte ich eigentlich Fahrer bei der RNV werden, ich mag nämlich Straßenbahnen sehr gerne. Aber nachdem ich gesehen habe, wie spannend es im Krankenhaus ist, möchte ich gern dort ein Praktikum machen und dann Krankenpfleger werden.“ Die Schüler absolvierten dort einen Erste- Hilfe-Kurs für Babys und Säuglinge und bekamen dafür ein Zertifikat. „Mit dem können wir uns als Babysitter bewerben und haben dann bessere Chancen“, erklärte Elisabeth. Außerdem kann das im Notfall Leben retten. Überhaupt haben sie in diesen fünf Tagen viele wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg gemacht.

Das Projekt „FerienOnJob“ rief in diesem Jahr das Bündnis für Familie Heidelberg ins Leben. „Unser Ziel ist es, den Jugendlichen Berufe zu zeigen, an die sie vielleicht bisher noch nicht gedacht haben, und zwar in Branchen, in denen es gute Einstellungschancen gibt“, erklärte Nadja Schmitt. Die Resonanz war sehr groß. Die Schüler kamen aus allen Schulformen, meldeten sich teilweise selbst an, teilweise auf Rat der Eltern. Alle waren letztlich überrascht, wie viel sie selbst machen konnten. Keiner hat seine Entscheidung bereut, einen Teil der Ferien für die Berufswahl zu „opfern“.

(Quelle: RNZ vom 06.08.2012, Isabelle Oelschläger)