Bündnis für Familie Heidelberg

Porträt Corina Dobbertin (Content Courier)

Beständige Prioritäten, viel Kaffee und nichts, was nicht geht …

Auf dem parentrepreneurs-Blog geben Unternehmer/innen, Solopreneure und Gründer/innen einen Einblick in ihren Alltag und zeigen, wie sie Selbständigkeit und Familie unter einen Hut bekommen. So unterschiedlich wie die Geschäftsmodelle sind dabei die individuellen Geschichten, Lösungen und Tipps.

Den Anfang in unserer Porträt-Reihe macht Corina Dobbertin. Sie lebt mit ihrem kleinen Sohn, dessen Vater sowie Hund und Hühnern in Brühl im Rhein-Neckar-Kreis. Sie ist seit 2011 mit ihrem Unternehmen content-courier  in Leimen selbständig. Anfangs war sie vor allem Datenmigrationsdienstleisterin für Content-Management-Systeme (CMS), mittlerweile bietet sie alle Services rund um eine Website an.

Corina, vielen Dank für dieses Interview. Erzählst du uns, wie dein typischer Arbeitstag aussieht?

Der beginnt mit mindestens einem Liter Kaffee und etwa einer Stunde E-Mails checken. Meine Arbeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass ich schnell reagiere und bei (für den Kunden dringenden) Problemen umgehend helfe – wenn ich kann, noch am selben Tag. Daher wirkt es oft etwas hektisch, aber ich mag diesen „Druck” dabei und fühle mich gut beim Abarbeiten. Ruhiger wird es, wenn ich Angebote ausarbeite oder ein Beratungsgespräch vorbereite.

Was sind deine größten Herausforderungen im Alltag?

Herausfordernd für mich ist, meinem Sohn immer wieder zu zeigen, dass er jederzeit zu mir kommen kann, auch wenn ich Arbeit mit nach Hause genommen habe und diese abarbeiten muss. Bitte ich ihn mal darum, mich für 15 Minuten nicht zu stören, nehme ich ihn dafür noch einmal mehr in den Arm. Ansonsten passt es, wenn ich meine Prioritäten nicht immer wieder neu setze. Klar gibt es Wäscheberge und krümelige Fußböden in meinem Haus, aber dafür sauber gekleidete und satte Menschen und Tiere.

Hast du Zeit für dich ganz persönlich? Wie gestaltest du sie? Und warum ist sie dir wichtig?

Nein, seit ich Mutter bin, eigentlich nicht mehr. Mein Sohn geht meist nicht vor uns ins Bett und wenn doch, arbeite ich noch etwas. Aber eigentlich ist die Arbeit ja, was ich für mich tue. Also kann man es so oder so sehen. Manches Mal, wenn Papa und Kind sich verkrümeln für eine kleine Weile, schaue ich mir einen Film an oder gehe shoppen oder zum Frisör. Das sind dann ganz kleine Auszeiten, die ich mir gönne.

Welche Rollen erfüllst Du? Welche würdest Du vielleicht gerne abgeben?

Da mein Lebenspartner beruflich sehr stark eingebunden ist, erfülle ich im Alltag eigentlich alle Rollen. Hausverwalterin, Tierversorgerin, Bezugsperson Nummer Eins für das Kind und eben auch Ernährerin beziehungsweise Geldranschafferin. Abgeben will ich eigentlich nichts, denn alles gehört zu meinem Leben dazu. Ich würde aber gern mehr teilen.

Wann hast Du das letzte Mal NEIN gesagt?

Privat fällt das Wort recht häufig, in der Arbeitswelt weniger oft. Es gibt nichts, was nicht geht und morgen ist schlechter als heute. Es ist ein Lernprozess, den ich zusammen mit den Kund/innen und Partner/innen durchlaufe. Es wird dadurch besser und das sollte es auch. Ich finde es wichtig, auch mal nein zu sagen.

 Was macht dich besonders?

Was mich besonders macht – nun, da stimmen mir sicher viele meiner Partner und Kunden zu – ich bin irgendwie stoffelig. Mein Lebenspartner würde sagen, norddeutsch. Ich bin im Umgang mit meiner Arbeit und auch den Kund/innen und Partner/innen freundlich, zuvorkommend und höflich, aber auch sehr sachlich und direkt. Und wenn es nichts zu lachen gibt, dann lach‘ ich auch nicht. Bei Problemen, auf welcher Seite auch immer, mache ich darauf aufmerksam und da müssen wir dann alle durch.

Welche Tipps hast du an Eltern, die sich selbständig machen wollen?

Nehmt die finanzielle Unterstützung an, die ihr bekommen könnt. Auch wenn es den einen oder anderen Aufwand bedarf. Ich hörte letztens von einer Frau, dass sie ganz ohne „Fremdfinanzierung“ ihr Unternehmen aufgebaut hat und total stolz drauf war. Es ging um das Thema „Existenzgründerzuschuss“. Da vertrete ich die Meinung, wenn du ihn haben kannst, dann hol ihn dir, es macht die Sache um so vieles leichter.

Diese Fragen beantwortete uns Corina Dobbertin von Content Courier.
Weitere Informationen zu ihr unter www.content-courier.de und www.facebook.com/ContentCourier/