Bündnis für Familie Heidelberg

Wirkungsvolles Netzwerken

Unter Netzwerken wird der Aufbau und die Pflege von Kontakten verstanden, im privaten wie im beruflichen Kontext. Fasst man die Definition ganz breit, netzwerkt jeder von uns jeden Tag – ob am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, im Verein oder beim Klassentreffen.

Egal ob mit oder ohne feste Struktur: Grundlage für erfolgreiches Netzwerken ist Kooperation und Geben und Nehmen. Es geht beim Netzwerken um Austausch von Wissen und Informationen, um Diskussionen, Ideen sammeln, Verständnis zeigen, Veränderungen anstoßen – und manchmal einfach auch um das Gemeinschaftsgefühl.

Sinnvoll ist es, sich über seine eigenen Ziele im Klaren zu sein. Wenn diese aber ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht sind, ist das Scheitern fast vorprogrammiert. Wer stattdessen weiß, was er für das Netzwerk mitbringt, kann das aktiv anbieten.

Beziehungen schaden nur dem, der keine hat

So alltäglich Netzwerken scheint, so wichtig ist es.

„Wer Informationen teilt, hat Macht. Teilt alles mit allen. Je wertvoller Eure Informationen sind, desto besser. Wer etwas teilt, baut ein Netzwerk auf. Ein Netzwerk führt zu Zusammenarbeit, Zusammenarbeit führt zu Kreativität und Innovation – und die verändern die Welt.“ (Marissa Mayer, Yahoo)

Gerade für Selbständige kann geschicktes Netzwerken der Schlüssel zum Erfolg sein – sofern man es nicht mit aggressivem Selbstmarketing oder ziellosem Klinkenputzen verwechselt. Vielmehr basiert das „Networking“ auf dem Prinzip der Freundesfreunde, durch die man sein Beziehungsgeflecht erweitert. Was aus diesen Kontakten wird, ist meist zu Beginn auch nicht abzusehen. Oft kommt es vor, dass die Kontakte hilfreich sind, mit denen man nicht gerechnet hat.

Der Kontakt zu den „richtigen“ Leuten entsteht in den wenigstens Fällen aus reinem Zufall, sondern ist das Ergebnis einer strategischen und kontinuierlichen Netzwerkarbeit. Doch wie schafft man es, aus seinen Kontakten ein wirksames Netzwerk zu machen? Klar ist: Wer hilfreich sein kann, ist natürlich individuell sehr verschieden. Dennoch lohnt es sich, zwei Arten von Kontakten im Netzwerk zu haben: Zum einen Menschen, die ähnliches tun und vergleichbare Ziele haben. Wer auf den ersten Blick wie vermeintliche Konkurrenz wirken kann, hat oftmals dieselben Probleme – und vielleicht auch schon Lösungen oder kann mit seiner Expertise behilflich sein. Zum anderen sind Menschen, die schon dort sind, wo man hinwill, wichtig. Diese Personen besitzen eine Menge Erfahrung, man kann viel von ihnen lernen und sich bei Bedarf auch Rat holen.

Ob Off- oder Online-Netzwerke ist dabei nicht entscheidend bzw. hängt vom Umfeld und den eigenen Vorlieben ab: Beide Formen haben Ihre Vor- und Nachteile. Persönliche Treffen werden verbindlicher eingeschätzt und man kann die Kontakte ganzheitlicher wahrnehmen, virtuelle Netzwerke hingegen sind unkomplizierter und bieten eine größere Reichweite. Auch wenn es keine Faustregel gibt: Beides zu nutzen hat noch selten geschadet.

Tipps und Tricks rund ums Netzwerken

Die wichtigsten drei Dinge: Authentizität, Authentizität und Authentizität
Neu in ein bestehendes Netzwerk zu kommen ist für die meisten anfangs eher unangenehm. Doch lass Dich davon nicht abschrecken, trau Dich! Sobald Du den ersten Schritt gemacht hast, wird es einfacher. Du musst nämlich nichts weiter tun, als natürlich zu bleiben. Spiel keine Rolle, sei authentisch, freundlich, offen und bring Dich mit dem ein, was Dir liegt. Außer Du neigst zu Selbstverliebtheit oder Sprücheklopferei, dann versuch, Dein Gegenüber auch zu Wort kommen zu lassen und höre ihm zu.

Erst geben, dann nehmen
Netzwerke dienen in erster Linie dem Austausch. Networking ist kein Selbstzweck, keine Verkaufsveranstaltung und noch weniger das Abgreifen von Informationen oder das Erlangen von Vorteilen. Wenn Du neu hinzukommst, bring Dich ein – und zwar ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Ein guter Weg ist, Kontakte zu teilen und Leute weiterzuempfehlen. Im besten Fall profitieren alle davon. Mit Ratschlägen allerdings solltest Du Dich zurückhalten und diese erst geben, wenn danach gefragt wird.

Belastbare Beziehungen brauchen Zeit und Pflege
Wer sich nicht um sein Netzwerk kümmert, wird nicht mehr als flüchtige Bekanntschaften sammeln. Pflege Deine Kontakte, so bleibst du in Erinnerung. Oft reichen hier schon kleine Dinge, wie kurze Telefonate, Mails oder Geburtstagsgrüße.

Netzwerkzeit ist Arbeitszeit
Auch wenn Netzwerkveranstaltungen auf den ersten Blick leicht und locker ausschauen – sie sind anstrengende Arbeit. Behandle sie auch so! Gerade Selbständigen fällt es oft schwer, das so zu sehen, weil sie Zeit „opfern“ müssen für eine Tätigkeit, die keinen kurzfristigen Ertrag bringt. Aber die Investition zahlt sich aus.

Auswählen statt auf jeder Hochzeit tanzen
Zeit ist begrenzt, bei Selbständigen mit Familie besonders. Deshalb überlege, wo Du deine limitierte Zeit investierst und wähle die Netzwerke, die sich in deinen beruflichen und persönlichen Alltag integrieren lassen. Qualität geht auch hier wie so oft über Quantität. Und ein Tipp für Mütter und Väter: Kinder und Netzwerken schließen sich nicht aus. Oft kann der Nachwuchs zu Veranstaltungen mitgebracht werden und nicht selten sind die Kleinen ein „Eisbrecher“ für den Gesprächseinstieg.

Netzwerke nur so, wie es sich für Dich richtig anfühlt
Jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigene Art. Wichtig ist, dass Du Interesse für Menschen und Ideen mitbringst. Netzwerken ist kein Leistungssport, an dem Du am Ende an der Anzahl Deiner Kontakte gemessen wirst. Von Julia Meder (Coach, Autorin, Verlegerin und Podcasterin) gibt es dazu noch folgende Tipps:

„Überfordere Dich nicht, denn das merken andere und es werden keine wirklichen und nachhaltigen Beziehungen. Nicht einfach Namen und Kärtchen sammeln und dann in Gedanken schon weiter zur nächsten interessanten Person flattern. Lieber eine tiefe Begegnung, die lange nachklingt, als zehn oberflächliche, die nie wieder etwas bringen. Und höre auf die Signale Deines Körpers: wenn es sich komisch anfühlt und Du das Gefühl hast, Du bist nicht Du selbst und sich womöglich richtig körperliche Signale einstellen, dann nimm das wahr und handele entsprechend. Und manchmal heißt das auch, sich einfach irgendwo hinsetzen, die Menschen beobachten und schauen, wer zu Dir kommt. Du kannst auch als Oase der Ruhe in dem Menschengewimmel netzwerken, die richtigen Menschen werden sich davon angezogen fühlen und zu Dir kommen.“

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Ein Beitrag von Julia Gänzler