„Fragt uns 2.0“

Kinder und Jugendliche in der Pandemie – Anmerkungen von jugendlichen Expert:innen

Jugendforscher:innen der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main haben im April/ Mai und im November 2020 „Online-Befragungen zu Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen“ (JuCo I und II) durchgeführt. Die Bertelsmann-Stiftung hat die Ergebnisse und eine Broschüre publiziert, in der 11 Jugend Expert:innen die Ergebnisse der beiden Befragungen  aus ihrer Sicht erläutern und kommentieren.

„In der Broschüre haben Sie beschreiben in ihren eigenen Worten, was die Corona-Krise für Jugendliche und junge Erwachsene bedeutet, was ihnen fehlt und sie sorgt, was sie aber auch als Chance begreifen. Und sie halten uns Erwachsenen den Spiegel vor, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten.

Insgesamt fühlen sie sich in der Corona-Pandemie übergangen, nicht gehört und nicht beteiligt. Zudem werden sie schnell in Schubladen gesteckt – mal als Regelbrecher:innen, die nur Party machen wollen, mal als Lernende, die in der Krise in erster Linie funktionieren sollen und mal als ganze „Generation Corona“. Das ärgert sie, da sie sich wie alle anderen an Regeln halten, sie Angst vor Ansteckungen ihrer Familien und Freund:innen haben und sie viel mehr sind als nur Schüler:innen, Student:innen oder Auszubildende.

Sie kommen zu dem Schluss, dass die Corona-Krise vor allem die Probleme besonders deutlich sichtbar werden lässt, die vorher schon mit Blick auf Beteiligung und fehlende Chancen von jungen Menschen bestanden haben. Sie sprechen Klartext und benennen deutlich, was ihnen jetzt in der Krise helfen würde und was sie brauchen. Zudem fordern sie langfristige gesellschaftliche Reformen, damit ihr Recht auf Mitbestimmung, Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Bildung fürs Leben endlich eingelöst wird.

Die jungen Menschen signalisieren damit auch, dass sie bereit sind, Gesellschaft mitzugestalten und mit Verantwortung zu übernehmen. Wir sollten gut zuhören und diese Chance ergreifen.“