Bündnis für Familie Heidelberg

Porträt Alexandra Polunin (Pinterest-Beraterin)

Erzähl doch mal: Wer bist du und wer gehört alles zu deiner Familie?

Mein Name ist Alexandra Polunin und ich bin studierte Germanistin und ehemalige Texterin und Lektorin. Zu meiner Familie gehören der beste Ehemann der Welt, zwei Söhne (9 und 12 Jahre alt), ein verrückter Labradoodle namens Merlin und acht Gitarren und Ukulelen.

Was machst du beruflich?

Nachdem ich 2011 Pinterest privat völlig verfallen bin, habe ich im August 2017 meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bin seitdem als Pinterest-Beraterin tätig. Seitdem unterstütze ich Selbstständige und Unternehmen dabei, mit Pinterest mehr Websitebesucher, Newsletter-Abonnenten und Kunden zu bekommen.

Ich habe schon immer am liebsten mit anderen Frauen zusammengearbeitet. Denn ich finde, es kann einfach nicht genug von erfolgreichen, finanziell unabhängigen Frauen geben, die genau das tun, was sie lieben, und dabei ganz viele Menschen mit ihrer Herzensbotschaft erreichen.

Inzwischen gibt es für mich nichts Schöneres, als meine Erfahrung als Pinterest-Beraterin und Unternehmerin mit anderen Frauen zu teilen, die ebenfalls Pinterest als Dienstleistung anbieten wollen. Deshalb arbeite ich in letzter Zeit vermehrt mit virtuellen Assistentinnen und Beraterinnen zusammen und helfe ihnen dabei, ebenfalls ein erfüllendes und erfolgreiches Business rund um ihre Pinterest-Dienstleistung aufzubauen.

Warum genau hast du dich von den zahlreichen Marketing-Plattformen auf Pinterest spezialisiert?

Als ich Ende 2015 angefangen habe, nebenberuflich zu meiner Doktorarbeit zu texten und zu lektorieren, stand ich vor der Herausforderung, die viele Selbstständige bestimmt kennen:

Wie in Thors Namen komme ich denn eigentlich an Kunden?

Ich war schon immer großer Pinterest-Fan. Und als ich zufällig las, dass viele Selbstständige in den USA auf Pinterest setzen, dachte ich mir: Das probierst du mal aus!

Nach nur drei Monaten hatte ich meine Websitebesucher mit Hilfe von Pinterest von 300 auf 10.000 Tsd. im Monat vervielfacht und dann kamen auch schon die ersten Anfragen von anderen Selbstständigen in meinen Posteingang eingetrudelt: Kannst du mir dabei helfen, einen Pinterest-Kanal aufzusetzen? Kannst du für mich Pins gestalten? Kann ich dich mal für drei Beratungsstunden buchen?

Ich konnte mein Glück kaum fassen: Menschen wollten mir dafür Geld geben, dass ich für sie pinne oder mit ihnen über Pinterest rede? also habe ich im August 2017 meinen ganzen Mut zusammengenommen, meine Doktorarbeit abgebrochen und den Schritt in die hauptberufliche Selbstständigkeit gewagt. Die Spezialisierung auf Pinterest hat sich also quasi von selbst entwickelt.

Für uns wirst du im Juli den Workshop „Online-Marketing: Pinterest für kleine Unternehmen“ durchführen. Was genau erwartet die Teilnehmer /-innen in dem Workshop? 

Ja, da freue ich mich schon sehr drauf! Der Workshop richtet sich an Einsteiger und alle, die überlegen, ob Pinterest ein geeigneter Marketing-Kanal für sie wäre. Wir klären Fragen wie:

  • Was ist Pinterest und warum sollte ich die Plattform für mein Business nutzen?
  • Erreiche ich meine Zielgruppe auf Pinterest?
  • Welche Voraussetzungen muss ich für die Plattform mitbringen?
  • Wie werde ich mit Pinterest online sichtbar?

Und natürlich werden wir Zeit für Austausch und individuelle Fragen haben.

Wie organisierest du die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Bei uns lastet die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Glück nicht nur auf meinen Schultern, sondern ich kann mir alle Care-Aufgaben zur Hälfte mit meinem Mann teilen. So hat er als Lehrer zum Beispiel kein volles Deputat mehr, sondern arbeitet „nur noch“ 75%. Der Rest ist einfach nur Organisation, Planung und Kommunikation.

Über die Jahre sind wir Fans von kleinen, digitalen Helferlein geworden, die uns die Vereinbarkeit enorm erleichtern. So nutzen wir zum Beispiel einen Google Kalender, in den wir unsere beruflichen Termine eintragen. Und wenn ich einen Termin eingetragen habe, weiß mein Mann, dass diese Zeit für ihn tabu ist. Und umgekehrt gilt natürlich dasselbe auch. So stellen wir sicher, dass wir nicht plötzlich Stress bekommen, wenn ein Kind spontan krank wird und wir beide verplant sind.

Der Lockdown hat an unserer Aufteilung der Clare-Arbeit nichts geändert, aber uns noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig es ist, miteinander zu reden. So setzen wir uns seit dem Lockdown noch regelmäßiger hin und überlegen: Welche Termine stehen an? Wer kocht an dem Tag? Wer unterstützt die Kinder beim Fernunterricht? etc.

Und schließlich sind unsere Kinder bereits so alt, dass sie selbstständig Aufgaben übernehmen und uns auch so entlasten: Der Neunjährige gießt zum Beispiel täglich die Blumen, während der Zwölfjährige die Wohnung saugt. Und mittlerweile kann der Ältere sogar mal Mittagessen kochen, falls wir es partout nicht schaffen. Das ist natürlich eine wahnsinnige Entlastung.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?

So ein Offline-Workshop für die Parentrepreneurs ist bei mir tatsächlich die Ausnahme -ich arbeite zu 99,9% remote.

Über die Jahre habe ich mir meinen Arbeitsalltag so gestaltet, dass er zu mir und meiner Familie passt. Dienstag und Donnerstag sind bei mir zum Beispiel Kundentage mit fixen Terminen. Hier betreue ich die Teilnehmerinnen in meinen Onlineprogrammen und führe meine Beratungen durch. (Und mein Mann weiß: Sollte an den Tagen ein Kind krank werden, springt er ein.)

Montag, Mittwoch und Freitag sind meine Businesstage – hier kümmere ich mich um mein eigenes Marketing, die Entwicklung neuer Produkte, Kooperationen, Finanzen und Co. Hier bin ich flexibler und kann da sein, wenn’s brennt.

Alle Arbeitstage beginnen und enden bei mir mit einem Spaziergang mit dem Hund. Das hilft mir morgens dabei, in die Gänge zu kommen, und nachmittags, von der Arbeit abzuschalten.

Und dazwischen arbeite ich einfach konzentriert – von 9 bis 15 Uhr. Und dann mache ich auch wirklich Schluss, weil ich weiß: Ich brauche den frühen Feierabend, um auch am nächsten Tag gute Arbeit leisten zu können.

Was sind diesbezüglich deine größten Herausforderungen?

Ich glaube, da geht es mir, wie vielen anderen Eltern auch: Man tüftelt so tolle Pläne aus und dann et voilà la réalité:

Das Kind fällt unglücklich und muss zum Arzt, der Hund kriegt Durchfall, die Waschmaschine kann nicht mehr waschen. Und das passiert alles gleichzeitig, gerade an dem Tag, an dem man eh schon so viele Termine hat oder gerade selbst nicht fit ist.

Solche Tage werden mit zunehmendem Alter der Kinder zum Glück seltener, aber es gibt sie immer noch und ich löse sie ganz unpädagogisch mit einer großen Pizza und mehreren Folgen unserer Lieblingsserie. Man muss sich das Leben ja nicht schwieriger machen als nötig.

Welche Rolle spielt Zeit für dich? Hast du in deinem Alltag Zeit für dich? Wenn ja, wie gestaltest du sie?

Ich halte nichts vom Konzept „selbst und ständig“ und habe deshalb von Anfang an darauf geachtet, nicht in das typische Selbstständigen-Hamsterrad zu kommen. Es fängt damit an, dass ich mir die Wochenenden und Abende grundsätzlich freihalte und nicht arbeite – egal, wie viel Aufgaben auf mich warten.

Die Dinge, die ich mag, mache ich deshalb auch tatsächlich (fast) täglich: Spaziergänge mit Mann und Hund, schnulzige Liebesromane lesen, mit den Kindern Poker spielen, gut kochen. Einfach ein entspanntes Leben führen – das ist mir wichtig.

Welchen Tipp hast du an Eltern, die sich selbständig machen wollen?

Bloß nicht versuchen, alles selbst zu machen, sondern früh auslaagern! Ich habe inzwischen fünf Mitarbeiterinnen, die für mich Technik, E-Mail, Kunden-Support etc. übernehmen und ich wirklich nur noch die Dinge erledige, die nur ich machen kann. Das schafft Freiräume, die man für die Familie nutzen kann.

Und schließlich viel miteinander reden: Die Kombination Selbstständigkeit + Familie funktioniert noch besser, wenn man sämtliche Details proaktiv klärt und nicht erst wartet, bis das Chaos ausbricht.

Liebe Alexandra, vielen Dank für das Interview.