Bündnis für Familie Heidelberg

Nach 100 Tagen erste Ziele erreichtTeilzeitausbildungsplätze für Alleinerziehende, Herbstferien-Betreuung und meh

Heidelberg. (hw) Das Tempo ist enorm, die Ergebnisse absolut vorzeigbar. In 100 Tagen (es sind ein paar Tage mehr) hat das „Bündnis für Familie“, ein Netzwerk aus Wirtschaft, Politik, Stadtverwaltung, Universität und freien Trägervereinen richtig „große Früchte“ getragen, wie Oberbürgermeister Eckart Würzner anerkennend bemerkte. Vier Arbeitsgruppen haben sechs Teilzeitausbildungsplätze für junge Mütter aufgetan, haben erste Inhalte in eine Informationsplattform „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ im Internet eingefügt und haben für die Herbstferien erstmals eine Kinderbetreuung organisiert. Außerdem wird weiter an einer virtuellen Fassung eines Familienwegweisers gearbeitet und an einer „Grüne Welle“ für Einelternfamilien, einer sogenannten IAV-(Informations-, Anlauf- und Vermittlungs-) stelle.

Die ersten 100-Tage-Ziele sind erreicht. Stolz präsentierten OB Würzner und Wolfgang Schütte, Geschäftsführer der Heidelberger Dienste und Koordinator des Bündnisses, die bisherigen Ergebnisse. Die Geuder AG, ein mittelständischer Betrieb und Produzent von ophthalmologischen Präzisionsinstrumenten in Rohrbach-Süd, war Gastgeber dieser ersten Erfolgs-Bestandsaufnahme. Das Familienunternehmen engagiert sich selbst vehement in sozialen Bereichen, plant einen eigenen Betriebskindergarten und denkt auch über eine „Pflege-AG“ im eigenen Haus nach.

Als eine Art Überraschung stellte Wolfgang Schütte sechs junge Mütter vor, für die das „Bündnis für Familie“ und hier die Arbeitsgruppe ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie’ Teilzeit-Ausbildungsplätze im medizinischen und kaufmännischen Bereich gefunden hat. In der Thorax-Klinik, in der Stadtverwaltung, beim Ambulanten Pflegedienst, beim Tierschutzverein und in zwei Arztpraxen werden die Frauen mit Kleinkindern eine Ausbildung mit einem reduzierten Umfang von 30 Wochenstunden absolvieren. Oft sei dies der einzige Weg für Alleinerziehende um den (Wieder-) Einstieg ins Berufsleben zu packen.

Die gleiche Arbeitsgruppe arbeitet auch an einer Informationsplattform mit speziellen Infos zu kinderfreundlichen Unternehmen, Arbeitszeitmodellen, Kinderbetreuung sowie Veranstaltungen zum Thema Wiedereinstieg. Hier sind erste Inhalte und Links bereits verfügbar (siehe am Ende des Textes). Ebenso noch im Aufbau ist die Imagekampagne für Einelternfamilien von der AG „Chancengleichheit“. Hier soll es demnächst eine zentrale Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle (IAV-) geben, die zeitaufwendige Informationssuche vermeiden helfen soll.

Ein weiteres, bereits realisiertes Ziel ist die Ferienbetreuung in den kleinen Ferien wie jetzt im Herbst. Unter der Ägide des Universitätsklinikums wird in der Ferienwoche im Freizeitpark Jumpinn im Harbigweg für Kinder von sechs bis zwölf Jahren täglich von 8 bis 16 Uhr ein abwechslungsreiches Programm  – auch bei schlechtem Wetter – angeboten. Außerdem werden für die gleiche Zeit von päd-aktiv Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt, zunächst  für Kinder aus der Betreuung der verlässlichen Grundschule. Eventuell nicht belegte Plätze können dann aber auch von anderen Heidelberger Grundschülern genutzt werden.

Rundum zufrieden zeigte sich darum auch OB Würzner, dass in weiten Teilen der Öffentlichkeit, „da, wo das Leben spielt, wo Angebote nötig sind“, seine Initiative so ernst genommen wird. Im Alltäglichen müsse ein Umdenken stattfinden, so wie in seinem Vorzimmer inzwischen ein blauer Bobbycar den größten Platz einnehme. Ebenso erfreut war das Stadtoberhaupt über die große Zahl an Stadträten, die zu diesem Termin bei der Geuder AG erscheinen waren. Als Schirmherr des Bündnisses für Familie, das inzwischen als Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums fungiert und das ein wichtiger Baustein seiner Familienoffensive darstellt, ist ihm eine Vorbildrolle der Kommune äußerst wichtig. Dazu passte dann auch seine Ankündigung, dass für das nächste Jahr ein Betreuungsangebot für über 40 Prozent der Kleinkinder angestrebt werde.

Infos: im Internet unter www.familie-heidelberg.de. In Sachen Ferienbetreuung kann direkt unter martina.weihrauch@med.uni-heidelberg.de oder unter kontakt@paed-aktiv.de Verbindung aufgenommen werden. Wer zum Thema ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie’ beitragen will, wende sich an Jutta Scharmann, e-mail: scharmann@hddienste.de . Über die einzelnen Arbeitsgemeinschaften, ihre Ziele und Aktivitäten wird noch gesondert berichtet werden.

Quelle: Wochen-Kurier vom 19. September 2007