Bündnis für Familie Heidelberg

7. RegioKonferenz in Heidelberg: ‘Schritt für Schritt ins Kinderland’

Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz: Land unterstützt auch in finanziell schwierigen Zeiten Kommunen auf dem Weg zu mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit

Vereinbarkeit von Pflege betagter Angehöriger und Beruf ist neue Herausforderung für Familienfreundlichkeit der Arbeitsbedingungen
14.06.2010„Familienfreundlichkeit ist vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftemangels ein echter Standortfaktor. Viele gut ausgebildete und hochmotivierte Männer und Frauen suchen sich ihren Arbeitgeber und ihren Wohnort ganz bewusst auch danach aus, ob diese ihnen die Balance zwischen Beruf und Familie erleichtern können. Diese Sichtweise zeigt zu Recht, dass auch Berufstätige der Sorge für die Angehörigen – Kinder oder pflegebedürftige Ältere – zentrale Bedeutung zumessen. Eine Gesellschaft mit hohen Ansprüchen an die gute Entwicklung der Kinder, die Stabilität der Familien und ein würdevolles Altern ist darauf angewiesen, dass familiären Aufgaben in allen Bereichen angemessen Rechnung getragen wird“, sagte die Kinderbeauftragte der Landesregierung, Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz, am Montag (14.6.) bei der RegioKonferenz für die Metropolregion Rhein-Neckar in Heidelberg.

Diese Konferenz ist die 7. RegioKonferenz, die die FamilienForschung beim Statistischen Landesamt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren im Rahmen der Initiative „Schritt für Schritt ins Kinderland“ durchführt. Örtlicher Kooperationspartner der Konferenz ist das Bündnis für Familie Heidelberg. Rund 150 Teilnehmende folgten der Einladung in die Alte Aula der Universität Heidelberg. Die RegioKonferenzen sind Teil eines Bündels von Maßnahmen, mit denen das Land die Kommunen bei der Entwicklung hin zu mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit unterstützt. Sie richten sich an Entscheidungsträger/-innen, Fachvertreter/-innen und Multiplikatoren/-innen aus Kommunen, Unternehmen und sonstigen Arbeitgebern, Kirchen, Verbänden und Vereinen. Sie sollen Impulse für eine engere Vernetzung der Städte und Gemeinden einer Region geben und Kooperationen unterschiedlicher Institutionen anstoßen, indem die Teilnehmenden mit Gleichgesinnten in Kontakt gebracht werden. Großen Raum nimmt auch die Vorstellung gelungener Maßnahmen und erprobter Kooperationsmodelle ein.

Mit der FamilienForschung und dem Kompetenzzentrum Beruf & Familie Baden-Württemberg biete das Land eine fachkundige Unterstützung bei der Suche nach den regional und lokal passenden Lösungen an, so die Ministerin. Sie dankte allen Akteuren für ihre Anstrengungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Land seinerseits nehme viel Geld in die Hand, um den Ausbau einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung voranzutreiben. Im Vordergrund stehe aktuell der Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder bis zum Kindergarteneintritt. Aber auch die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sei angesichts des hohen Lebensalters einer steigenden Zahl von Menschen mit berufstätigen Angehörigen eine Herausforderung. Hier werde nach innovativen Lösungen gesucht.

In ihrer Impulsrede stellte die Ministerin eine neue Maßnahme vor: das „Audit familiengerechte Kommune“. „Das Land Baden-Württemberg steht kurz vor Abschluss einer Vereinbarung mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbH, nach der das bereits in Nordrhein-Westfalen erprobte Audit auch auf Baden-Württemberg übertragen werden soll. Das Audit ist gedacht als strategisches Instrument für kommunalpolitische Entscheider/-innen, um nachhaltige familiengerechte Gesamtstrategien in den Kommunen zu entwickeln, vorhandene Aktivitäten zu bündeln und abzustimmen und eine tragfähige kommunale Verantwortungsgemeinschaft aufzubauen“, sagte Stolz. „Die Ausgangssituation für solches Handeln ist in Baden-Württemberg durch die seit 1990 konsequent erfolgte Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements besonders günstig. Dies äußert sich in der Praxis, dass Erfahrung im Umgang mit Engagierten seitens der Kommunen zu einem feinfühligen und ermutigenden Kontakt mit verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern führt. In einem Modellprojekt sollen noch im Jahr 2010 fünf bereits ausgewählte Kommunen das Auditierungsverfahren durchlaufen – darunter neben Stuttgart, Weinstadt, Igersheim und Berghaupten auch die Gemeinde Mauer im Rhein-Neckar-Kreis.

(Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg vom 14.06.2010)