Bündnis für Familie Heidelberg

Veranstaltungsreihe ‚Angehörigenpflege von A-Z’ setzt deutliches Zeichen – Über 1.000 Beschäftigte der beteiligten Unternehmen nutzen das Fortbildungsangebot

Zwei Drittel der Bevölkerung möchten ihre Angehörigen zu Hause pflegen – und die meisten von ihnen auch weiterhin berufstätig sein. Gleichzeitig ist es für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in einer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger, qualifizierte Angestellte an den Betrieb zu binden. Um Beschäftigte dabei zu unterstützen, Pflege und Beruf zu vereinbaren, haben Akteure des ‚Bündnis für Familie Heidelberg’ unter dem Titel „Angehörigenpflege von A-Z“ für ihre Beschäftigten eine betriebliche Fortbildung konzipiert. In jährlich drei bis vier Veranstaltungen geben Expertinnen und Experten Auskunft rund um das Thema Angehörigenpflege. Die Fortbildungsreihe ist ein Kooperationsprojekt der Bündnisakteure Amtsgericht und Landgericht Heidelberg, BG RCI, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Evangelische Stiftung Pflege Schönau, Heidelberger Dienste gGmbH, SAP AG, Stadt Heidelberg, Universität Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg.

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu ermöglichen, ist die zentrale Herausforderung der Zukunft. Denn die Pflege älterer Angehöriger ist keine reine Privatangelegenheit, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung, auch für Unternehmen. Deshalb gilt es konkrete Unterstützungsangebote für Beschäftigte zu schaffen und Unternehmen für die Notwendigkeit einer besseren Vereinbarkeit zu sensibilisieren.

Die Veranstaltungsreihe „Angehörigenpflege von A-Z“ ist als berufliche Fortbildung für die Beschäftigten der beteiligten Unternehmen und Institutionen angelegt. Mit dem Angebot haben die Partnerinnen und Partner ein Pilotprojekt geschaffen: Erstmals haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Bildungsangebote für die Angehörigenpflege als kostenlose betriebliche Fortbildung während der Arbeitszeit angeboten. Die Resonanz war deutlich, was den dringenden (Informations-)Bedarf an dieser Thematik aufzeigt.

Seit Frühjahr 2011 bis November 2016 wurden in 22 Veranstaltungen Themen wie „Demenz“, „Unterstützung bei Depression und Ängsten im Alter“, „Wie schütze ich mich selbst in der Pflege?“, „Praktische Hilfen im Pflegealltag“, „Vorsorge“ und „Finanzielle und rechtliche Aspekte“ sowie das Thema „Umgang mit Abschied und Trauer“ bzw. „Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung – was bedeutet das?“, die die meisten Veranstaltungsteilnehmer anzog, angeboten.

Mit der Veranstaltungsreihe haben die beteiligten Bündnisakteure gezeigt, wie gerade im Verbund Unternehmen gemeinsam dieses immer wichtiger werdende Thema angehen und aufgreifen können. Die Akteure der Arbeitsgruppe ‚Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege’ ziehen folgendes Fazit: Das Thema Angehörigenpflege gewinnt immer stärker an Bedeutung.

Die hohe Teilnehmerzahl von über 1.000 Personen an der Veranstaltungsreihe „Angehörigenpflege von A-Z“ zeigt dies deutlich. Arbeitgeber, die auf Familienfreundlichkeit setzen, sollten sich zukünftig verstärkt dem Thema Angehörigenpflege widmen – hier besteht Bedarf, den man oft nicht auf den ersten Blick erkennt. Weitere Informationen unter www.familie-heidelberg.de.

Immer mehr Menschen pflegen Angehörige

Laut ZQP Report 2016 sind aktuell 2,5 Mio. Menschen in Pflegestufen, weitere 7,9 Mio. Menschen haben erhebliche Einschränkungen noch ohne Einstufung in die Pflegestufe. Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass durch die demografische Entwicklung in Deutschland die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf ca. 4,5 Mio. Pflegebedürftige ansteigen wird. Immer mehr Beschäftigte müssen zukünftig die Pflege eines Angehörigen mit ihrer Berufstätigkeit vereinbaren. Derzeit sind es bereits 13% der Beschäftigten, von diesen sich 80% psychisch und physisch erschöpft fühlen bzw. ca. 33% selbst erkranken. Für Unternehmen ein immer wichtiger werdender Wirtschaftsfaktor.

Ein Pflegefall tritt häufig unerwartet auf und verändert nicht nur das Leben der Pflegebedürftigen sondern auch das der Angehörigen, die sich innerhalb kürzester Zeit den neuen Herausforderungen stellen müssen. Hilfreich sein kann nun Unterstützung in Form von schneller und konkreter Auskunft über betriebliche und externe Möglichkeiten und Angebote. Laut ZQP Report 2016 kommunizieren jedoch geschätzte 33% der berufstätigen pflegenden Angehörigen ihre familiäre Pflegesituation am Arbeitsplatz nicht, hier setzt der betriebliche Pflegelotse an.

Über 60 Betriebliche Pflegelotsen wirken ich Unternehmen 

Innerhalb der letzten drei Jahre haben sich darüberhinaus über 60 Beschäftige aus Heidelberg und Umgebung zum „Betrieblichen Pflegelotsen“ fortbilden lassen und stehen ihren Kolleginnen und Kollegen von nun an im Unternehmen als AnsprechpartnerIn zum Thema Angehörigenpflege zur Verfügung. Auch in 2017 finden wieder kostenfreie Qualifizierungstermine statt: Am 6. Juli 2017 wie auch am 9. November 2017. Bei Interesse an der Fortbildung wenden Sie sich bitte an das ‚Bündnis für Familie Heidelberg’ unter der Telefonnummer 06221 1410-16 oder moser@hddienste.de.

Für weitere Informationen:

Bündnis für Familie Heidelberg: Heidelberger Dienste gGmbH
Bündnis-Koordination: Frau Aline Moser
Hospitalstraße 5, 69115 Heidelberg, Telefon: 06221 141016
E-Mail moser@hddienste.de, www.familie-heidelberg.de