Bündnis für Familie Heidelberg

Eine Frage der Unternehmenskultur

So lautete die Antwort auf die zentrale Frage der Themenwoche „Beruf und Familie – geht das?“

Unter dem Titel „Beruf und Familie – geht das?“ veranstaltete das „Bündnis für Familie Heidelberg“ vom 30. Juni bis 4. Juli eine vielseitige Themenwoche.

Als Auftakt fand in der Volkshochschule ein Familientalk statt, bei dem sich Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, Wolfgang Schütte, Initiator des Bündnisses und Geschäftsführer der Heidelberger Dienste, Andreas Bohnstedt, SAP AG, Ute Forster, Universität Heidelberg, und Cristina Montesinos-Handtrack von der Techniker Krankenkasse den Fragen von Moderatorin Beate Stumpf stellten. Die Teilnehmer diskutierten über Lösungen, aber auch Schwierigkeiten für Arbeitnehmer/innen, Beruf und Familienleben unter einen Hut zu bekommen. Wolfgang Schütte: „Dabei sind besonders die Arbeitgeber gefordert, da setzt auch das ‚Bündnis für Familie Heidelberg‘ an.“

Auch die Techniker Krankenkasse hat erkannt, wie bedeutend familienorientierte Angebote für die Mitarbeiter/innen sind. Mit flexiblen, familienfreundlichen Arbeitszeiten, Eltern-Kind-Büro, Notfallbetreuung, ganztägigen Ferienangeboten ecetera verfolgt das Unternehmen eine familienorientierte Personalentwicklungsstrategie. „Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist vor allem eine Frage der Unternehmenskultur“, so Cristina Montesinos-Handtrack. „Qualifizierte Kräfte sucht die Konkurrenz auch, da müssen wir besser sein und Soft Skills anbieten.“

„Wo und wann bekommen wir einen Krippenplatz?“: Diese Frage war für Andreas Bohnstedt wichtig. Für ihn und seine Frau war immer klar, dass sie Kinder wollten, aber keiner seinen Arbeitsplatz aufgeben sollte. Seit zwei Monaten befindet sich der zweifache Familienvater in Elternzeit. „Elternzeit für Väter ist ein Kopfthema: Man muss es wollen. Dann geht das auch und es lohnt sich“, so der SAP-Mitarbeiter. „Aber auch das Betreuungsangebot vor Ort muss stimmen.“ „Wir brauchen flexible Öffnungszeiten und finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung“, sagte der OB dazu, „und da haben wir als Stadt schon einiges auf den Weg gebracht“.

„Neben kommunalen Betreuungsangeboten spielen aber die sozialen Netzwerke eine wichtige Rolle“, stellte Ute Forster heraus. Treffpunkte für Eltern über die Spielplätze hinaus oder auch Leihomas würden dabei helfen.

Weitere Programmpunkte der Woche waren neben einer Führung durch den Literaturbestand der Stadtbücherei zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Vortrag „Personality Marketing in Beruf und Familie“. „Beruf und Familie – geht das?“ fragten sich auch Schüler/innen aus den Mittelstufe-Kursen „Deutsch als Fremdsprache“ der Volkshochschule. Bei dem Gespräch fielen – nicht ganz unerwartet – einige Unterschiede in Sachen Familienorientierung und Kinderbetreuung in den einzelnen Ländern auf.

Mehr zu den Aktivitäten des „Bündnis für Familie Heidelberg“ unter www.hddienste.de/buendnis/.

(Quelle: Stadtblatt online, Nr. 28 vom 09.07.2008)