Bündnis für Familie Heidelberg

“Beruf und Familie. Mein Leben!” PflegeschülerInnen des Universitätsklinikums Heidelberg entwickelten Ideen für mehr Familienfreundlichkeit im Rahmen eines Qualifizierungsprojekts

„Man könnte doch auch einmal ‚Vater-Kind-Kurse’ für die Beschäftigten anbieten“, so äußerten sich die SchülerInnen des Universitätsklinikums, die am Qualifizierungsprojekt ‚Beruf und Familie. Mein Leben!’ der Heidelberger Dienste gGmbH teilgenommen haben. Das Thema Gleichstellung wurde vielfach unter ihnen diskutiert. In der Realität sind es jedoch nach wie vor die Frauen, die, wenn Familie und Kinder da sind, teilweise oder ganz aus dem Beruf aussteigen bzw. die Arbeitszeit reduzieren. Dabei gilt Vereinbarkeit von Beruf und Familie inzwischen als einer der Schlüssel, um einem zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gleichzeitig erleichtert sie insbesondere auch (hochqualifizierten) Frauen mit Kindern berufstätig zu sein. Dies hat das Universitätsklinikum Heidelberg erkannt.

„Warum richtet man nicht einfach eine Tauschbörse ein, bei der sich Beschäftigte mit Familien gegenseitig Unterstützung anbieten können, beispielsweise beim Babysitting“, gespannt verfolgten Pflegedienstleitungen, Betriebsräte und weitere Kolleginnen und Kollegen die Ergebnisse der PflegeschülerInnen aus zwei Tagen Arbeit – beeindruckt von ihrer Kreativität und Ideenvielfalt. Insbesondere das Thema ‚Kommunikation’ spiegelte sich in vielen Ideen wieder, sei es bei der Herausforderung mit Familienzeitlern auch während der Auszeit Kontakt zu halten oder der Frage, wie man in einem Team die Belange von Beschäftigten mit Familien noch konstruktiver berücksichtigen kann.

Warum werden weniger Kinder geboren, obwohl sich nach wie vor viele Menschen Familien wünschen? Wie sahen Familien früher aus und wie heute? Auf anschauliche und abwechslungsreiche Weise erarbeiteten sich die PflegeschülerInnen gemeinsam, was hinter theoretischen Begriffen wie ‚Lebenslanges Lernen’ oder ‚Demografischer Wandel’ steckt und welche Auswirkungen ganz praktisch auf sie zukommen werden. Von der Theorie zur Praxis: Am zweiten Tag kamen die sie dann mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Unternehmensbereichen ins Gespräch und erfuhren, wie Vereinbarkeit gelingen kann und wie Unterstützungsbedarf aussehen kann.

Immer wieder diskutierten die PflegeschülerInnen, für die das Thema ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie’ zu Workshopbeginn eher fern war, engagiert über verschiedene Ideen, Ansichten und Modelle von berufstätigen Müttern oder Vätern. Das zu ihrem späteren Leben auch Kinder gehören, da waren sie sich alle einig – und auch darüber, dass Beruf neben Familie gelingen kann. „Man hat das Gefühl, dass man einen kleinen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geleistet und bei kleinen Veränderungen mitgewirkt hat!“, so ein Feedback der Teilnehmenden.

„Junge Menschen gedanklich darauf vorzubereiten, ihre Wünsche nach Beruf (Karriere) und Familie zu leben, hier setzt der zweitägige Workshop gezielt und lösungsorientiert an“, meinen die Workshopverantwortlichen Susanne Bock und Aline Moser (Heidelberger Dienste gGmbH). Initiiert wurde die Qualifikation von Martina Weihrauch, Beauftragte für Chancengleichheit mit Unterstützung der Krankenpflegeschule im Rahmen des ‚Bündnis für Familie Heidelberg’, in dem sich das Universitätsklinikum Heidelberg bereits seit 5 Jahren engagiert. Mehr dazu unter www.hddienste.de/buendnis/

 

PflegeschülerInnen im Gespräch mit  dem Leiter der Pflegeschule Herr Goetsch über seine Erfahrungen, Beruf und Familie zu meistern

Hintergrund:
Qualifizierungsprojekt „Beruf und Familie. Mein Leben“ der Heidelberger Dienst gGmbH
Je eher und besser die Vereinbarkeit gedanklich vorbereitet ist, desto besser kann sie später gelingen: hier setzt das 2-tägige Qualifizierungsprojekt an. Ziel ist, die Auszubildenden darauf vorzubereiten, ihre Wünsche nach Beruf (Karriere) und Familie miteinander zu vereinbaren. Die jungen Teilnehmenden beschäftigen sich so mit aktuellen Inhalten zu den Themen ‚Beruf‘, ‚Familie‘ und ‚Vereinbarkeit‘. Durch Befragung der Mitarbeiter/innen des eigenen Unternehmens lernen die Auszubildenden, was es heißt, ‚Vereinbarkeit’ im realen (Berufs-) Alltag zu erleben und zu leben. Eine gute Basis, eigene Lösungen für eine familienfreundliche Unternehmens- und Personalpolitik zu entwickeln.